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Die Stoßwellentherapie

Stoßwellen sind energiereiche, hörbare Schallwellen, die bei der Stoßwellentherapie über einen Applikator auf die zu behandelnde Körperoberfläche aufgebracht werden. Die Druckwelle breitet sich im Körper aus und erreicht damit auch tiefere Areale, um dort stimulierend zu wirken.

Wozu Stoßwellentherapie?

Die Stoßwellentherapie hat sich aus der Methode der Urologie entwickelt, Nierensteine ohne Operation durch die Anwndung von Stoßwellen aus dem Körper zu entfernen. Wie so häufig entdeckte man eher zufällig die Wirkung der Stoßwellen auf Knochengewebe. Ohne dass man es sich erklären konnte, zeigte sich, das Stoßwellen stimulierend auf Knochengewebe wirkten. Die Stoßwellen mussten also noch eine andere Wirkung als die rein mechanische besitzen.

In der Folge wurde die Stoßwellentherapie sowohl im Bereich von Sehnen- und Knochenerkrankung als auch seit einiger Zeit z.B. zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt. Zahlreiche Studien konnten seither die Wirksamkeit der Stoßwellentherapie bei verschiedenen Krankheitsbildern unterstützen.

Es wird davon ausgegangen das durch die Aktivierung der biologischen Prozesse die Selbstheilungsprozessedes Körpers in Gang gesetzt werden. Durch ein Einsprossen von Blutgefäßen (Angioneogene) und einen erhöhten Stoffwechsel kann geschädigtes Gewebe „repariert“ und eine lokale Entzündung geheilt werde. Je nach behandelter Erkrankung kann demnach eine sofortige Schmerzreduktion eintreten, mitunter werden die aktivierten Prozesse aber etwas Zeit und Ruhe benötigen.

Durch die Durchblutungsanregung können mit der Stoßwellentherapie mitunter auch muskuläre Verspannungen und Triggerpunkte aufgelöst werden.

In der Regel wird die Behandlung 2-3 mal im wöchentlichen Abstand wiederholt, in schweren Fällen auch häufiger.

Erklärungsvideo zur Stosswellentherapie

Anwendungsgebiete der Stoßwellentherapie

  • Sehnen- und Sehnenansatzreizungen
    (z.B. Tennisellenbogen, Fersensporn, Tibiakantensyndrom, Patellaspitzensyndrom, Achillodynie)
  • Triggerpunktbehandlung
  • Muskelerkrankungen (Verspannung, Zerrung, Anrisse, Kontraktur)
  • Verzögerte Knochenbruchheilung / Pseudarthrose (hochenergetisch)
  • Knochenödem (z.B. bei Arthrose oder nach Trauma)
  • Chronische Wunden
  • Karpaltunnelsyndrom (CTS)
  • Ringbandstenose (schnellender Finger)
  • Dupuytren´sche Kontraktur der Hand

Fasziitis plantaris (Plantarfasziitis)

Bei der Fasziitis plantaris klagen die Patienten über Schmerzen im unteren und mittleren Fersenbereich. Diese Schmerzen treten während der ersten Schritte am Morgen oder nach Inaktivität auf. Nach initialer Besserung verstärken sich die Schmerzen im Tagesverlauf.

Die Plantarfaszie (Syn. Plantaraponeurose) ist eine bindegewebige Verbindung zwischen dem Fersenbein und den Zehen. Sie bildet zusammen mit dem Pfannenband (Lig. calcaneonaviculare plantare) und dem Lig. plantare longum die passiven Verspannungsstrukturen des knöchernen Fußlängsgewölbes und erfüllt mit einer Art Seilwindenmechanismus eine Stoßdämpferfunktion.

Die Entstehung der Fasziitis plantaris (Plantarfasziitis) ist multifaktoriell und wird als mechanische Überlastungsreaktion durch repetitive Mikrotraumata angesehen. Als Risikofaktoren gelten eine verkürzte Wadenmuskulatur, Übergewicht, lang andauernde stehende, beziehungsweise laufende Tätigkeit und Fußfehlstellungen.

Durch konservative Therapiemaßnahmen kann bei über 90 % der Patienten innerhalb der ersten sechs Monate eine Schmerzlinderung erreicht werden.

Plantarer Fersensporn

Im Fuß liegen 26 Knochen beieinander. Sie werden von Muskeln und Sehnen gehalten. Die Sehnenplatte (Plantarfaszie) stützt das Fußgewölbe und schützt die Unterseite vor Verletzungen. Ein Fersensporn ist immer die Folge einer Überlastung. Gründe dafür können ein zu flaches Fußgewölbe, Übergewicht, intensiver Sport oder schlecht sitzende Schuhe sein. Dadurch bricht das Fußgewölbe ein und die Sehne darunter wird mit Gewalt gestreckt. Als Folge entzündet Sie sich (Fasziitis plantaris).
Hält dieser Zustand längere Zeit an, versucht der Körper, den Fuß zu entlasten. Er bildet einen knöchernen Sporn, entlang der Plantarfaszie um die Sehne zu verkürzen. Auch der Ansatz der Achillessehne kann sich entzünden. Lagert sich hier Kalk ein, entsteht der sogenannte dorsale Fersensporn (Haglund-Exostose)

Im Folgenden wird ein Überblick über die Effektivität der einzelnen Behandlungsoptionen gegeben:

Der Einsatz von nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR, z.B. Ibuprofen, Diclofenac) kann im Akutstadium individuell hilfreich sein. Generell sollten Faktoren, die zu einer chronischen Überbelastung und Anspannung der Plantarfaszie führen in die Therapie einbezogen werden (zum Beispiel Reduktion des Körpergewichtes bei erhöhtem BMI). Eine Metaanalyse zeigte, dass eine Einlagenversorgung zur Entlastung des medialen Fußlängsgewölbes mit einer signifikanten Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung einhergeht.

Generell wird ein regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und der Plantarfaszie durch aktive Dehnungsübungen, exzentrische Beübung oder Faszientraining des oberen Sprunggelenkes sowie Gewichtsreduktion empfohlen. Aus biomechanischen Überlegungen ist eine Verminderung der kontinuierlichen Zugkräfte im Ansatzbereich der Plantarfaszie vorteilhaft.

Die genauen Mechanismen der etablierten „low-dose“-Radiotherapie sind nicht abschließend geklärt. Sie bewirkt unter anderem durch Zytokinfreisetzung, lokaler Modulation des pH-Wertes und Verbesserung der Gewebeperfusion einen antiinflammatorischen Effekt. Mehrere Studien belegten eine Schmerzreduktion bei 60–90 % der Patienten. Der Bestrahlungszyklus kann bei Bedarf wiederholt werden. Nach erfolgtem zweiten Zyklus berichteten 75 % der Patienten eine vollständige Beschwerderegredienz.

In der klinischen Praxis werden Injektionstechniken, wie beispielsweise Needling oder auch Injektionen von Botulinumtoxin mit positiven Behandlungserfolgen beschrieben.

Etwa 70 % der mit Stoßwellentherapie (ESWT) behandelten Patienten berichteten über eine signifikante Schmerzlinderung um die 12. Krankheitswoche. Sie erwies sich in einer vergleichenden Analyse zum Ultraschall als effektiver.

Aktuell gehört die Stoßwellentherapie nicht zur „first line“-Therapie und die Behandlungskosten werden in Deutschland zumeist nicht von den Krankenkassen übernommen. Aufgrund der wenigen Nebenwirkungen stellt sie allerdings eine sinnvolle Therapieoption bei zuvor erfolglosen konservativen Therapieversuchen dar.

Achillodynie

Hierbei handelt es sich um einen sich schnell chronifizierenden Entzündungsprozess der Achillessehne, meist weiter oben in ihrem Verlauf. Der chronische Entzündungsprozess führt zu einer Veränderung der Sehnenzusammensetzung, bei der es zu mehr Wassereinlagerung, aber auch zu einer Reduktion der wichtigen Kollagenfasern kommt. Dadurch verliert die Sehne auch langsam ihre Reißfestigkeit. Es entstehen meistens typische Anlaufschmerzen, aber auch Schmerzen direkt nach langen bzw. hohen Belastungen.

Ursachen für die Achillodynie:

Wiederholte Mikrotraumen (Gehen mit Übergewicht, Laufsportarten etc.) und ein mit dem Alter verlangsamter Reparaturprozess in der Sehne führen zur schmerzhaften Entzündung der Achillessehne (Tendinitis, Achillodynie). Weitere Ursachen sind monotone Überlastungen (verstärktes Lauftraining ohne entsprechende Dehnungsübungen), Überpronation (z.B. Knick-Fuß) oder andere Fußfehlstellungen, zu starre Schuhsohlen oder zu sehr gedämpfte Absätze. Aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht, Diabetes und erhöhte Harnsäure sind allgemein für Sehnen eher schädlich.

Konservative Therapie:

Je nach Ausmaß der Erkrankung, der Schmerzen und der Beschädigung der Sehne wird mit einer nicht-operativen Therapie begonnen, bei der Physiotherapie mit Dehnung der gesamten Muskel- und Bindegewebekette auf der Hinterseite des gesamten Beines und Fußes sowie exzentrische Kräftigung der Wadenmuskulatur.

Dieses Konzept kann durch individuelle Einlagen und Bandagen, insbesondere nach fachgerecht durchgeführter Video-Lauf-Analyse, Ganganalyse und Stoßwellentherapie ergänzt werden.